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Häufig gestellte Fragen
Steuer- und Buchhaltungsfragen
     
  • Die Rechtslage
    Rechtsbeziehungen aus der Lieferung oder Leistung entstehen nur zwischen dem Lieferanten (Leistenden) und dem Kunden (Waren- oder Leistungsempfänger). abc markets ist nur Vermittlungs- und Abrechnungsstelle.
  • Die Ermittlung der Umsatzsteuer
    Beim Clearing-Geschäft wird, wie bei jedem anderen Geschäft, für die Lieferung oder Leistung vom Lieferanten (Leistenden) eine Rechnung an den Kunden (Leistungsempfänger) mit Umsatzsteuerausweis ausgestellt. Wie üblich führt der Lieferant die Umsatzsteuer ab. Der Käufer verrechnet die in der Rechnung seines Lieferanten enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer bei seinem Finanzamt unabhängig davon, ob der Unternehmer schon eine Gegenleistung von einem Clearing-Teilnehmer erhalten hat oder nicht. Wenn ein Teilnehmer die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten verrechnet, so hat er die Gutschrift auf seinem Clearing-Konto wie eine Barzahlung zu behandeln.
  • Buchung von Clearing-Geschäften
    Das Wesen der Buchhaltung ist es, dass darin Rechtsbeziehungen dokumentiert werden. Da die Rechtsbeziehungen zwischen dem Lieferanten und dem Kunden (nicht mit abc markets) bestehen, ist in der Buchhaltung des Lieferanten zunächst eine Forderung und in der Buchhaltung des Kunden eine Verbindlichkeit zu buchen. Zweckmäßig ist es, für den Verkehr mit den Clearing-Partnern ein Sammelkonto (Bestandskonto) einzurichten, etwa mit der Bezeichnung "Clearing-Konto" (CK) und dieses Konto für die Leistungen an Clearing-Partner zu belasten und für die von Clearing-Partnern erhaltenen Leistungen zu erkennen. Der Clearing-Teilnehmer erhält regelmäßig Saldoübersichten mit den auf seinem Clearing-Konto gebuchten Beträgen und dem Stand seiner Verrechnung im Clearing-Pool. Der Saldo des Kontoauszuges sollte mit der eigenen Buchhaltung übereinstimmen, allenfalls mit zeitlicher Verschiebung, wenn der Clearing-Teilnehmer eine Leistung schon erbracht oder eine Gegenleistung schon erhalten hat, während der Posten erst in einem späteren Auszug erscheint. Es können ähnliche zeitliche Verschiebungen auftreten, wie wir sie von den Bankauszügen kennen.
     
     
  • Buchungsbeispiele
    Im folgenden werden typische Geschäftsfälle anhand von Beispielen gezeigt. Dabei wird umsatzsteuerlich nach der Nettomethode gebucht, das heißt mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer und Vorsteuer; es werden also Entgelt und Steuerbetrag getrennt gebucht. Im Kontenplan ist ein einziges neues Konto, das Clearing-Konto zu eröffnen. Es kommt dafür ein Konto in der Klasse 2 (Forderungen) oder Klasse 3 (Verbindlichkeiten) in Frage. Es empfiehlt sich, das neue Konto in der Klasse 2 nach den Geldkonten einzurichten.

    Im Falle von Verkäufen werden folgende Konten (wie üblich) angesprochen:
    • Kunden
    • Finanzamt, Umsatzsteuer
    • Erlöse
    Im Falle von Einkäufen werden angesprochen:
    • Lieferant
    • Vorsteuer
    • Vorräte oder Aufwand

    Beispiel:
    Verkauf von Waren um Euro 15.000,-- plus 20% Umsatzsteuerausweis

        Soll Haben
    Buchungssatz 1 
     
    Kunde
    Erlöse
    Finanzamt, USt
    Euro 18.000,- 
     
     
    Euro 15.000,-
    Euro 3.000,-

    Seitens abc markets erfolgt die Bestätigung mittels Saldoübersichtsauszuges (SÜA). Diese Bestätigung ist der Beleg zur Buchung der Gutschrift auf dem Clearing-Konto.
        Soll Haben
    Buchungssatz 2 Clearing-Konto
    Kunde
    Euro 18.000,-  
     
    Euro 18.000,-

     
    Beispiel:
    Kauf von Handeslwaren um Euro 10.000,-- plus 20 % Umsatzsteuer-Bestätigung von abc markets mittels Saldoübersichtsauszug.

        Soll Haben
    Buchungssatz 1 Aufwand (od Vorräte)
    Finanzamt,
    Vorsteuer
    Lieferanten
    Euro 10.000,-
    Euro  2.000,-
     
     
     
    Euro 12.000,-
        Soll Haben
    Buchungssatz 2 Lieferanten,
    Clearing-Konto
    Euro 12.000,-  
     
    Euro 12.000,-

    Das Clearing-Konto zeigt nunmehr die Buchungen für Verkauf und Einkauf, also:
        Soll Haben
    Gutschrift für Verkauf
    Gutschrift für Einkauf
    Lieferanten,
    Clearing-Konto
    Euro 18.000,-  
     
    Euro 12.000,-

    Und weist denselben Saldo wie der Saldoübersichts-Auszug von abc markets aus. Weitere Verkäufe führen zu neuerlichen Soll-Buchungen, weiter Einkäufe zu neuerlichen Haben-Buchungen auf dem Clearing-Konto. Dies entspricht dem üblichen Vorgang in der Buchhaltung bei Verkauf oder Kauf auf Ziel.

    Es ist auch möglich, Einkäufe für den persönlichen, privaten Bedarf des Unternehmers vorzunehmen und entsprechend zu buchen. Ebenso sind Einkäufe von Dienstnehmern im Wege von Gehaltsakontierungen möglich. In diesen Fällen ist ein Vorsteuerabzug nicht zulässig. Es ist brutto, d. i. inklusive Umsatzsteuer zu buchen.
     
    Beispiel:
    Einkauf von Waren um Euro 5.000,-- inklusive Umsatzsteuer für Privatbedarf. Einkauf von Dienstleistungen (z. B. Urlaubsreise) um Euro 8.000,-- inklusive Umsatzsteuer durch einen Angestellten akonto seines Gehaltes.

    Buchungssatz 1. Privat
    Lieferant X
    Euro 5.000,-  
    Euro 5.000,-
    2. Gehaltsvormerkkonto
    Lieferant Y
    Euro 8.000,-  
    Euro 8.000,-
    3. Lieferant X
    Clearing-Konto
    Euro 5.000,-  
    Euro 5.000,-
    4. Lieferant Y
    Clearing-Konto
    Euro 8.000,-  
    Euro 8.000,-
    Clearing-Konto Soll Haben
     
     
    Übertrag auf Lieferant X
    Übertrag auf Lieferant Y
    Euro 18.000,-  
    Euro 12.000,-
    Euro  5.000,-
    Euro  8.000,-

    Unter der Annahme, dass keine weiteren bargeldlosen Kompensationsgeschäfte durchgeführt werden, ist beim Jahresabschluss der Saldo des Clearing-Konto von Euro 7.000,-- mit Schlussbilanzkonto abzuschließen.
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